ABITUR - Meine Eindrücke und Tipps an euch!

Vielleicht wissen manche von euch, dass ich gerade meine schriftliche Abiturprüfung geschrieben habe. Ende Januar um genauer zu sein. Das mag einigen von euch komisch erscheinen, aber ich bin in Moskau an einer Deutschen Auslandsschule und hier wird das Abitur früher geschrieben. 
Eigentlich hatte ich nicht vor auf meinem Blog darüber zu schreiben oder davon zu erzählen, aber ein Paar Freunde von mir, die erst später Abitur machen werden haben mich mit Fragen bombardiert und sich sehr interessiert gezeigt. Deshalb habe ich überlegt einen Beitrag zum Abitur zu schreiben. 


Ich möchte von Anfang an betonen: Ich kann nur meine eigenen Eindrücke schildern und Tipps geben, die mir geholfen haben. Ich hoffe sehr, dass ich auch euch irgendwie damit helfen kann, aber dafür gibt es nun mal keine Garantie. Jeder hat bestimmt seine eigenen Strategien beim Lernen.



 ABITUR - Meine Eindrücke

Wieso ist Abitur eigentlich so Angst einjagend? Wahrscheinlich weil man es (hoffentlich) nur einmal schreibt und es die allerletzte und wichtigste Prüfung im Schulleben ist. Der Gedanke daran, dass man danach nichts mehr verändern kann und nicht sonderlich an der Note zu rütteln ist, lässt einige ganz schön schwitzen. 

Ich war keine Ausnahme zugegeben. Auch ich hatte Angst, vor dem Aufgaben, davor zu wenig gelernt zu haben oder einfach im nötigen Moment alles zu vergessen. So ist das immer und gegen Nervosität lässt sich wenig machen. 

Bei mir hat es ständig gependelt zwischen Sorgen und zu viel Nachdenken über die Prüfung und einfach vergessen und so zu tun, als gebe es Abi nicht. Das ist in Ordnung, wenn die Sorge nicht ausartet. Gott sei Dank gab es bei uns im Jahrgang keinen, der in Ohnmacht gefallen ist oder vor Nervosität unstabil wurde. Aber davon habe ich schon mal gehört und es passiert hin und wieder.


 Meine Eindrücke im zeitlichen Abriss

3 Monate vor dem Abitur - hin und wieder Nervosität und Unbehagen; Gedanken über die Prüfung und ein wenig Sorge spät mit dem Lernen angefangen zu haben

1 Monat vor dem Abitur - Sorge und etwas Angst; hoffen, dass es schnell vergeht; Ablenkung von Gedanken ans Abitur durch Lernen

1 Woche vor dem Abitur - viel Nervosität und ständiges Lernen; immer wieder Angst zu wenig gelernt zu haben; manchmal das Gefühl nichts zu wissem

Wochende vor dem Abitur - Lernen, Essen, Lernen, Schlafen; immer wider auf neue Informationen stoßen und sofortige Angst, dass man vergessen hat es zu lernen

am Morgen vor der 1. Prüfung - große Nervosität; Mantra "Ich weiß alles. Ich werde es schaffen."; tiefe Atemzüge, aber insgesamt ruhig und eher innere Nervosität

nach der ersten Prüfung - große Erleichterung; das Gefühl schon einen Teil überstanden zu haben und Stärkung des Selbstbewusstseins mit dem Gefühl, dass es in Ordnung gelaufen ist; sofortige Umstellung auf restliche 2 Prüfungen

nach allen drei Prüfungen - Ekstase, das Gefühl etwas Unglaubliches Überstanden zu haben, alle Gedanken an den Prüfungsstoff erscheine einem plötzlich viel einfacher

Wochenende nach dem Abitur - Gefühl, als ob man in den Ferien wäre; nichts machen, feiern, Spaß haben und Schule vergessen

1 Woche nach dem Abitur - man hat den Eindruck, dass die Prüfungen weit zurück liegen; im Kopf ist plötzlich viel Platz, man fühlt sich schlau wegen dem für die Prüfung gelernten Wissen

1 Monat nach dem Abitur - innere Ruhe, da das wichtigste vorbei ist; Sorge wegen der Noten, aber Verdrängen dieser Gedanken und langsam wieder Konzentration auf Schule, Hausaufgaben etc. 

Allgemeiner Eindruck: Ich habe mir auf jeden Fall mehr Sorgen gemacht, als nötig. Die Prüfungen waren alle machbar, klar formuliert und es gab keine Stolpersteine. Natürlich hätte ich mich besser darauf vorbereiten können, wenn ich genau wüsste, was im Abitur drankommt, aber das weiß ja keiner. 




 Abitur - Ein Paar Tipps

Auch wenn es banal klingt, aber Lernen ist tatsächlich auch gegen Nervosität gut. Nichts ist schlimmer, als zu verstehen, dass man nicht rechtzeitig angefangen hat. Ich will euch ein Paar Lerntipps geben, die genauso gut auf jede Prüfung/Klausur geeignet sind, wie für das Abitur. 


 Lernen - Alleine, zu zweit oder in einer Gruppe

Ich bin jemand, der lieber alleine lernt, wenn es leise ist und niemand stört. Während meiner Vorbereitung auf die schriftlichen Prüfungen habe ich aber herausgefunden, dass auch lernen zu zweit und in einer Gruppe nützlich sein kann. 

In einer Gruppe kann man vielleicht nicht so gut tatsächlich lernen, also sich den Stoff aneignen, aber es gibt andere Vorteile. Zum Beispiel sind Gruppen gut, um sich auszutauschen über den Umfang eines Stoffgebiets. Das kann in Lernfächern, wie Geschichte, Erdkunde oder Biologie nützlich sein. Hat man schon etwas gelernt und eine Übersicht über den Stoff, so setzt man sich mit anderen zusammen und bespricht, wie viel und wie detailliert der Stoff sitzen muss. Meistens hat der Lehrer bereits auf Grenzen hingewiesen, aber es kann immer passieren, dass man kleine Themen einfach übersieht. 

Zu zweit kann man einander gut abfragen und auf diese Weise den Stoff festigen. Auch Fragen klären ist einfacher zu zweit oder in einer Gruppe. Wer natürlich gar nicht mit anderen lernen kann, sollte sich nicht dazu gezwungen fühlen - jeder lernt, wie er will!


 Verschiedene Lernmethoden

Karteikarten
Das ist zugegeben eine meiner Lieblingsmethoden. Ich habe es vor allem in Geschichte genutzt. Vorne stand das große Thema, dann das Unterthema und ein oder zwei Stichpunkte. Ein Beispiel: Weimarer Republick - Scheitern - Aufstieg der NSDAP 
Ich hatte einen großen Stapel an diesen Karteikarten und habe mich einfach immer wieder abgefragt. Vorne standen die Themen und hinten die Antworten und ich sah, wie viel ich wusste und wo noch Lücken sind. Diese Methode würde sich bei Lernfächern mit viel Faktenwissen, etwa Geschichte und Erdkunde, besondern gut anbieten. 

Übersichten (Lernzettel)
Statt den Stoff auf Karteikarten festzuhalten haben manche von uns auf Computer den ganzen Stoff noch einmal zusammengetragen. Vorne war ein Inhaltsverzeichnis und dann folge alles übersichtlich geordnet mit Grafiken und Erklärungen. 
Aus meiner Sicht bietet sich das für Naturwissenschaften an, wo man vor allem viel verstehen muss, wie in Biologie, Chemie, Physik. Hat man einmal diese Übersicht, liest man sie viele Male und zeichnet auch Strukturen ab (Zelle, Versuchsanordnungen, Moleküle...).  

Üben durch Rechnen 
Natürlich ist das für Mathe und Physik das A und O. Man fragt seinen Lehrer nach Übungsaufgaben, am Besten gleich mit Lösungen, und rechnet dann alle möglichen Aufgabentypen durch. Macht viele ähnliche Aufgaben, bekommt ein Verständnis für Zahlen usw. Ich habe weder Mathe- noch Physikabi gemacht, aber Freunde von mir. Ich habe gesehen, dass ihr ganzes Leben sich dann später nur noch um Zahlen gedreht hat. 

Abi-Lernbücher 
Manche überschätzen die Duden-Ausgaben für die Vorbereitung zum Abitur, andere unterschätzen sie. Ich persönlich habe mir Übungsbücher zugelegt und aus der Bibliothek ausgeliehen. Etwa einen Monat vor dem Abi habe ich angefangen Übungen daraus zu machen, auf Fragen zu antworten und mit den Büchern zu arbeiten. Davor hätte es keinen Sinn gemacht, denn ich wusste zu wenig und musste zuerst alle wiederholen. Mein Fazit - Lernbücher sind hilfreich, aber achtet darauf, dass sie alle Themen übergreifen und nicht aus einem anderen Bundesland sind, wo für das Abitur andere Themen vorgegeben wurden.  
Ich habe mir aus der Reihe "Duden. 100 Prüfungsfragen..." ein Paar Bücher zugelegt und vom Stark Verlag gibt es gute Abituraufgaben mit Lösungen (für Biologie in meinen Fall). 



 Das aller Wichtigste

Macht euch nicht verrückt. Wenn ihr früh genug anfangt, kann nichts schief gehen. Vergesst nicht euch abzulenken - ein mal ins Kino mit den Freunden wird überhaupt nichts ändern. Ständig lernen hilft nicht, denn das überlastet das Nervensystem und macht zudem nur noch müde. 
Sport ist super! Ich habe eine Woche vor den Prüfungen zum Beispiel noch bei einem Basketball-Turnier mitgemacht. Das Resultat: Danach fühlte ich mich viel besser und hatte das Gefühl wieder mehr in meinen Kopf zu bekommen, als davor. 
Schlaft genug und lernt nachts nicht, denn es hilft nichts. Im Schlaf lernt das Gehirn weiter, verarbeitet Informationen, also keine Angst, dass ihr am Morgen alles vergessen habt. Ganz im Gegenteil. Besser ist viel zu wiederholen, dann verfestigen sich die Informationen in unserem Kopf. 


 Letzter Tipp: Es ist echt nicht so schwer! 




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Janna