Das Ende vom Buch?


Quelle:http://szenenapplaus.de/2006/10/24/fussball-eine-wissenschaft/

Neulich habe ich in der Süddeutschen Zeitung gelesen (ich saß im Flieger nach Hamburg und hatte nichts zu tun), dass die Bücherwelt kurz vor dem Abgrund stehe – in USA jedenfalls. Ob es in Deutschland auch bald so sein wird, darüber ist man sich nicht einig.
Das große Problem oder eher gesagt der große Feind ist – das E-Book!
Denn in Amerika bevorzugen die Leser mittlerer Weile sich die Datei einfach auf ihr Lesegerät zu laden, anstatt es in einem Buchladen zu erwerben. „Und schon ist das Geschäft ohne den Händler gemacht“, schreibt die Zeitung. Das hat letztendlich dazu geführt, dass Borders, die zweitgrößte Buchhandelskette in der Vereinigten Staaten, geschlossen werden soll! „Waterstones in England hat dieses Schicksal nur knapp vermieden“ – steht es wortwörtlich in der Süddeutschen.
Es sei zugegeben: Ich mache mir Sorgen!



Zwar hat sich der deutsche Buchhandel bislang noch tapfer geschlagen, aber wer kann heute noch mit Gewissheit sagen, wie es Morgen aussehen wird? Besonders, wenn man sich die ganzen Filme über die Zukunft anschaut, wie Star Wars oder Back to the Future 3 – keine Bücher! Natürlich wirkt das auf den ersten Blick total neu und innovativ, wenn man statt den dicken Wälzern ein dünnes Lesegerät in den Händen hält. Zumal man alle gewünschten Dateien draufladen kann, ohne sich zuerst in irgendeinen Laden begeben zu müssen oder die ganzen Bücher dann in Regale zu stopfen. Man geht ganz einfach auf Amazon (oder eine andere, nicht zentrale Anbieter), wählt sich das gewünschte Lesematerial, drückt auf als e-Book kaufen, und in wenigen Sekunden kann man bereits anfangen es zu lesen. Schnell und einfach, denken wohl manche.
Aber so geht das doch nicht! Ich lese Bücher ja nicht nur wegen ihrem Inhalt – nicht ausschließlich. Wenn das so wäre, dann würde ich mich ebenfalls super mit e-Books befreunden. Ich lese Bücher, weil mir der Prozess an sich Freude bereitet.
Ich liebe den Geruch von neuen Büchern, wenn man sie das erste Mal aufschlägt. Wenn man sie durchblättert und sieht, dass die Seiten noch total unberührt sind und die Buchstaben ordentlich Reihe für Reihe bis zum letzten Blatt stehen.
Ich lese, weil es mir Spaß macht die Seiten umzublättern und weil ich jedes Mal, wenn ich ein neues Buch gekauft habe, so unglaublich glücklich bin, dass ich mich allmächtig fühle. Meine Gedanken sagen mir, dass ich alles erreichen, überall hin kann und nichts unmöglich ist.
Dieses Gefühl würde ich gegen nichts in der Welt eintauschen wollen. Und schon gar nicht gegen abstrakte Dateien auf einem elektronischen Gerät, das ohne Strom nichts nützt.
Quelle: http://ichlesehaltgern.wordpress.com/2011/04/26/dies-das-rabatt-woche-bei-hugendubel/
Ich besuche oft Hugendubel der Thalia und kann auch ein oder zwei Stunden einfach nur rumgehen und nach Büchern stöbern. Unvorstellbar wäre, wenn es diese großen Buchläden nicht mehr geben würde. Besonders schlimm ist, dass genau diese Gewerbe gerade Probleme bekommen.
„Sie haben in den letzten Jahren in Verkaufsfläche investiert, statt in Personal“, steht es in der Süddeutschen Zeitung, „nun stellt sich heraus, dass die Fläche viel zu groß ist. Von 40 Prozent Überhang ist die Rede.“
Bei solchen Neuigkeiten kriegt man ja Angst und Bange! Zwar lassen sich die Schwierigkeiten beheben, mit dem „Non-Book-Geschäft“, das heißt mit allem Möglichen Krimskrams, wie Kuscheltieren, Bastelsachen, Dekozeugs etc., aber ob das auf Dauer gut geht?

Warum  die Bücher in den USA so katastrophal gelitten haben, lässt sich sagen:
„Den USA fehlt ein Buchhandel in der Fläche. Wer auf dem Land wohnt hat es schwer, Bücher zu kaufen.“, schreibt die Süddeutsche. Gott sei Dank kann man da Amerika nicht mit Deutschland vergleichen. Nicht nur lässt sich in Deutschland überall ein Buch wenn nicht sofort kaufen, dann bestellen, sondern gilt auch „als Ausweis feiner Lebensart“. Denn Bildung und Literatur werden immer noch hoch geschätzt. Wer zu Hause viele Bücher hat, vielleicht sogar eine kleine Bibliothek, der ist gebildet und intelligent.
Vor kurzem stimmten aus Deutschland immerhin 86 Prozent dem Satz „Ich finde es schön, dass meine Bücher zu Hause im Regal stehen“ zu. In den letzten zwei Jahren waren es zwar 88 %, aber es lässt sich hoffen, dass  „dieser Schwund von zwei Prozent ein Zeichen der Stabilität ist“ und nicht „das allmähliche Abbröckeln der traditionellen Bücherliebe“.

Das können wir Menschen doch nicht zulassen! Bücher sind unsere Vergangenheit – unsere Geschichte! Bücher sind genauso wichtig, wie unsere Sprache, sie prägen uns.
Eine Welt ohne Bücher, wäre eine Welt ohne Phantasie und Kreativität, ohne Tradition und ohne gemütliche Abende im Sessel vor dem Kamin mit einem dicken Wälzer.


Quelle: Süddeutsche Zeitung, Neueste Nachrichten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport vom Mittwoch, 20 Juli 2011; Deutschland-Ausgabe; 67. Jahrgang/ 29. Woche/ Nr. 165


Eure J.S.

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Janna